Phase 3: Schreiben


Schreibtagebuch / 21. Okt 2018

Da war doch mal was mit den 10 Phasen des Schreibens … tja, blogtechnisch bin ich bisher nur bis Phase 2 (Plotten) gekommen. Höchste Zeit den nächsten Beitrag fertigzustellen und auf die Welt loszulassen. Denn im nicht-digitalen Leben bin ich bereits bei Phase 8 angekommen *hibbel*. Aber zurück zum Thema dieses Beitrags: Phase 3 – Schreiben.

Der Prozess des Schreibens

Endlich ist es soweit, aus der Idee, den Stichworten, dem Plot wird eine eigenständige Geschichte.  Für manche ist es “nur noch” Fleißarbeit, denn schließlich wurde bereits ordentlich Arbeit in die Entwicklung des Plots gesteckt. Für andere beginnt erst jetzt die eigentliche Reise.

Und bei mir?

Ich habe meine Stichworte, meine grobe Struktur. Ich kenne meine Charaktere gut genug, um anfangen zu können, lasse mich aber auch gerne immer wieder überraschen.

Zunächst schreibe ich eine Rohversion. Soll heißen, ich schreibe wie mir der Schnabel gewachsen ist – oder so ähnlich. Denn ich habe für mich persönlich festgestellt: Wenn ich mir von Anfang an jeden Satz, jede Formulierung, jedes Wort genau überlege – dann komme ich nicht weit. Die Wörter weigern sich dann aus dem Kopf, in die Finger auf die Tastatur zu kommen. Also achte in der ersten Fassung weder auf perfekte Formulierung noch auf Satzbau oder Rechtschreibung … das kommt erst später.

Wenn ich so schreibe, lasse ich die Geschichte wie einen Film in meinem Kopf ablaufen. Ich schaue zu, schreibe auf und lasse meine Figuren in Aktion treten. Manchmal überraschen sie mich dann selber.  Wenn mir meine Figuren allerdings zu viel Blödsinn machen, dann drücke ich im Kopf auch mal die Stopptaste, spule zurück und lassen sie nochmal antreten. Vielleicht ist deswegen schreiben für mich so ein Spaß 😉

Die Fallstricke

Anfangen. Gerade, weil dies im engeren Sinne meine erste Geschichte ist, habe ich natürlich vorher ausführlich recherchiert. Worauf man beim Schreiben achten sollte, was eine gute Geschichte ausmacht, welche Fehler man nicht machen sollte, usw. Informationen dazu finden sich im Netz und in diversen Büchern zu Hauf. Wenn man wirklich alles zu dem Thema lesen ( und nachher beherzigen) möchte, kommt man nie dazu seine Idee umzusetzen. Kurz gesagt: Recherche ist gut, sich zu informieren ist toll – aber irgendwann sollte man sich einfach hinsetzen und anfangen. Beim der ersten Geschichte werden Fehler passieren, sie wird nicht perfekt sein (schon gar nicht in der ersten Version). Aber so lange sie geschrieben wird, ist schon einmal der Anfang gemacht.

Weitermachen. An manchen Tagen kann ich mich hinsetzen und losschreiben. An anderen Tagen sehe ich gefühlt nur den blinkenden Cursor. Wie also den Schreibfluss am besten in Gang bringen und halten. Denn, auch (oder gerade dann) wenn man sein Buch irgendwann veröffentlichen möchte und sogar damit liebäugelt irgendwann vom Schreiben leben zu können – Schreiben sollte vor allem eins machen: Spaß.

Ausgetrickst

Mir helfen meine Stichpunkte, an denen ich mich entlanghangeln kann. Auf diese schaue ich bevor ich anfangen zu schreiben – und wenn ich nicht mehr weiterkomme, ansonsten lasse ich die Figuren laufen. (Stichwort Kopfkino 😉 )

Was mir auch hilft: Mitten im Absatz, Satz abbrechen und nicht den Gedanken, die Szene bis zum Ende fertigschreiben. Diesen Tipp habe ich in einem der Artikel des Schreibmeers gefunden. Warum ich ihn so toll finde? Nun, so schön das Gefühl auch ist etwas abgeschlossen zu haben: Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass es mir viel schwerer fällt nach einer Pause (sei es am nächsten Tag oder auch nur eine halbe Stunde später) weiterzuschreiben, wenn ich ein Kapitel/ Abschnitt/ Szene fix und fertig eingetütet hab. Für mich ist es wirklich einfacher, mittendrin aufzuhören. Der Vorteil: Ich bin in der Regel sofort wieder drin, hänge gedanklich wieder mitten in der Szene – und kann weitermachen.

Aber mitten im Satz aufhören? Und wenn das gerade die perfekte Formulierung war? Nun, ganz ehrlich: Da ich zunächst eine Rohversion schreibe, habe ich keine Bedenken, die perfekte Formulierung zu verpassen oder zu vergessen. Der Satz wird im Laufe der Überarbeitungsrunden später garantiert wieder umgeschrieben.

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